Kriminaltherapie – professionelle Psychotherapie zur Rückfallprävention

Kriminaltherapie ist ein spezialisiertes psychotherapeutisches Angebot für Menschen, die strafrechtlich relevantes Verhalten reflektieren und nachhaltig verändern möchten. Ziel ist es, Risikofaktoren zu reduzieren, Verantwortung zu stärken und zukünftige Straftaten zu verhindern.

Kriminalität hinterlässt Spuren – bei Betroffenen, im sozialen Umfeld und auch bei den Menschen, die selbst straffällig geworden sind. Eine fundierte kriminaltherapeutische Begleitung kann helfen, deliktrelevante Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, zu verstehen und neue, verantwortungsvolle Handlungsstrategien zu entwickeln.

Was ist Kriminaltherapie?

Kriminaltherapie setzt dort an, wo problematische Muster entstanden sind. In einem geschützten therapeutischen Rahmen werden diese analysiert und schrittweise verändert. Die Arbeit orientiert sich an wissenschaftlich fundierten Konzepten, insbesondere der kognitiven Verhaltenstherapie und der risikoorientierten Täter:innenarbeit.

Im Mittelpunkt stehen:

  • Rückfallprävention und Schutz potenzieller Opfer
  • Entwicklung von Verantwortung, Impulskontrolle und Selbststeuerung
  • Aufbau stabiler Schutzfaktoren für ein langfristig deliktfreies Leben

Kriminaltherapie versteht sich nicht als Bagatellisierung von Straftaten, sondern als strukturierte Auseinandersetzung mit Verantwortung und Veränderung.

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Für wen ist Kriminaltherapie geeignet?

Kriminaltherapie richtet sich an Personen, die aufgrund bestimmter Verhaltensweisen oder Delikte therapeutische Unterstützung suchen, insbesondere im Zusammenhang mit:

  • strafrechtlich relevanten sexualbezogenen Verhaltensweisen
  • paraphilen Problematiken
  • Persönlichkeitsstörungen mit deliktrelevanter Ausprägung
  • Fällen verminderter Schuldfähigkeit gemäß § 21 StGB

Die Eignung für eine kriminaltherapeutische Behandlung wird stets individuell im Rahmen eines Erstgesprächs geklärt.

Prävention und Verantwortung

Ein zentrales Ziel der Kriminaltherapie ist die Prävention weiterer Straftaten. Dazu gehört auch die therapeutische Unterstützung von Menschen, die belastende oder riskante Impulse frühzeitig wahrnehmen und aktiv verhindern möchten, dass daraus schädigendes Verhalten entsteht.

Der Fokus liegt auf einem verantwortungsvollen Umgang mit inneren Konflikten und auf dem Schutz von Kindern, Jugendlichen und anderen potenziell Betroffenen.

Wann ist Kriminaltherapie nicht möglich?

Eine kriminaltherapeutische Behandlung setzt Freiwilligkeit, Einsicht und Veränderungsbereitschaft voraus. Sie ist nicht angezeigt, wenn:

  • ein laufendes Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist
  • keine Bereitschaft zur Selbstreflexion besteht
  • die Teilnahme ausschließlich aus taktischen Gründen (z. B. Strafmilderung) erfolgt